Integrationspolitik und Islam – gut gemeint, aber glatt daneben.

Gleich vorneweg, menschlich gesehen ist es überaus sympathisch und in vielen Fällen auch richtig, bei Kritik an anderen Kulturen und Religionen zurückhaltend zu sein. Menschen, die die Schuld immer bei anderen suchen, gibt es genug und in der Regel sind es keine guten Menschen. Alte Sprüche wie, den Dreck vor der eigenen Türe kehren, zuerst in den eigenen Spiegel schauen und auch das allseits bekannte Jesus Zitat „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ bergen große Weisheit in sich.

Gerade Sozialdemokraten und Grüne haben sich diesen Grundsatz, Kritik an anderen Kulturen möglichst zu vermeiden und größtmögliche Toleranz zu üben, verinnerlicht. Das ist grundsätzlich gut und grundsätzlich anständig, aber die Betonung liegt auf grundsätzlich. Und die Ausnahme bestätigt die Regel.

Aus Angst Gefühle zu verletzen, aber zum Teil wohl auch als Bequemlichkeit, hat man seit Beginn der muslimischen Zuwanderung auf eine sachliche Diskussion zum Thema Islam und zur Frage, inwieweit die religiösen und kulturellen Werte der Zuwanderer mit Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte vereinbar sind, weitestgehend verzichtet. Wenn man auch die gute Intention gehabt hat, durch größtmögliche Toleranz Integration zu fördern, bewirkt hat es das Gegenteil – und verloren dabei haben nicht zuletzt die Muslime, insbesondere die Kinder muslimischer Eltern.

Die fehlende sachliche Auseinandersetzung mit dem Islam basiert auf einem Fehler, den man in der Regel den Rechten vorhält: Menschen nicht als Individuen zu sehen, sondern sie mit ihrer Religion oder Herkunft gleichzusetzen.

Da man seinen türkischen Nachbarn, der ein sympathischer Mensch ist, nicht beleidigen will, stellt man den Islam unter Naturschutz, so als wäre der türkische Nachbar ident mit der Ideologie aus dem 7. Jahrhundert der arabischen Halbinsel. Das ist ein wenig so, als wenn man den durchschnittlichen Taufscheinkatholik mit dem Vatikan gleichsetzt, und aus dessen Verhalten ableitet, der Vatikan sei ein Hippieverein, der außerehelichen Sex propagiert und zu Weihnachten den Coca Cola Weihnachtsmann feiert. Tatsächlich ist der Vatikan im Vergleich zu den islamischen Glaubenswächtern in Saudi Arabien und Teheran ein ultraliberaler, feministischer Hippieverein.

Erst wenn man klar differenziert zwischen Muslimen als Individuen einerseits, denen man ein aufgeklärtes Weltbild vermitteln kann (was im Übrigen auch bei den meisten Österreichern und Deutschen nach dem 2. Weltkrieg von Nöten war) und dem Islam andererseits, der eindrucksvoll beweist, dass die arabische Halbinsel im 7. Jahrhundert von Demokratie und Menschenrechte ähnlich weit entfernt war, wie Saudi Arabien heute, hat man eine Chance eine vernünftige Integrationspolitik zu machen.

Der erste Schritt zu einer Integrationspolitik, die den Namen auch verdient, muss in der Schule stattfinden: Statt wie in Österreich Islamunterricht in öffentlichen Schulen, einen umfassenden politischen Aufklärungs- und Staatsbürgerunterricht, für Muslime und Nichtmuslime, der die Grundlagen von Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte und vor allem das Konzept von aufgeklärtem kritischem Denken vermittelt. Dann könnte man dem türkischen und arabischen Schüler auch erklären, dass sein Handy, sein PC, das Internet und alles andere, was eine fortschrittliche, lebenswerte Gesellschaft ausmacht, wie etwa Demokratie und Menschenrechte, nicht vom Himmel gefallen ist und nicht auf Glauben beruhen, sondern auf Denken, Wissen und Vernunft.

Und in der Politik und den Medien brauchen wir eine Integrations- und Islamdebatte, die sachlich, ehrlich und offen die Probleme anspricht und die Widersprüche zwischen islamischen Dogmen und Demokratie und Menschenrechte benennt. Eine solche Debatte darf nicht mit Polemik oder gar Hetze geführt werden, aber die Wahrheit muss zumutbar sein. Und das heißt, dass man sich von der Vorstellung, dass eine Rechts- und Gesellschaftsordnung aus dem 7. Jahrhundert der arabischen Halbinsel für Integration in Europa des 21. Jahrhunderts kein Problem darstellt, oder das alles nur eine Interpretationssache ist, verabschieden muss.

Der größte Fehler, den Parteien wie die Sozialdemokraten und Grüne aber auch die Christdemokraten machen können, wäre das Thema weiter zu tabuisieren und damit sowohl den radikalen Muslimen als auch den extremen Rechten ein Geschenk zu machen, für welches beide eigentlich laut Danke sagen müssten (wenn sie Anstand hätten…was sie aber natürlich nicht haben).

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Integrationspolitik und Islam – gut gemeint, aber glatt daneben.

  1. Helmut Zott

    Die Integration ist gescheitert, aber nicht weil der deutsche Staat zu wenig Bemühung und Leistung aufgebracht hat, sondern weil der Islam es jedem gläubigen Muslim verbietet, sich den Gesetzen und Bedingungen der Ungläubigen unterzuordnen. Im Koran lesen wir: „Es ziemt nicht den gläubigen Männern und Frauen, so Allah und sein Gesandter irgendeine Sache beschlossen, sich die Freiheit herauszunehmen, anders zu wählen; denn wer Allah und seinem Gesandten ungehorsam ist, der befindet sich in offenbarem Irrtum“ (33; 37 nach Ludwig Ullmann).
    Auf lange Sicht hin ist es sogar so, dass die genuinen alteingesessenen Deutschen sich dem Staat, der im Auftrage Allahs von den gläubigen Muslimen schrittweise umstrukturiert und islamisiert wird, anpassen müssen, und diese Integration wird nicht scheitern.

  2. Helmut Zott

    Heute erleben wir in Deutschland eine Zeitepoche des geistigen Umbruchs, in der viele durch Jahrhunderte gewachsene christlich-abendländische Grundwerte rapide verfallen. In dieses geistige Vakuum drängt der neu erwachte Islam mit anderen Wertvorstellungen, einem anderen Gottesbild und Seinsverständnis mit aller Macht hinein.
    Der Rückgang der genuin deutschen Bevölkerung schafft eine demographisches Situation, die von den Muslimen als Geschenk Allahs und als Chance zur Islamisierung verstanden wird. Extrapoliert man die Wachstumstendenz der Muslime in die Zukunft, so zeigt sich eine quantitative Gleichstellung mit der nichtmuslimischen Bevölkerung schon in wenigen Jahrzehnten.
    Die neuen Werte, die mit den Begriffen Koran, Sunna und Scharia in Verbindung gebracht werden, sollen die Basis für eine Neuorientierung und Neuordnung des Staates schaffen.

    Für alle gläubigen Muslime, die sich als Statthalter Allahs auf Erden verstehen, ist es heilige Pflicht, sich für die Durchsetzung von Allahs Willen, wie er im Koran offenbart ist, zu mühen, bis „Frieden auf Erden“ herrscht, das heißt, alle Menschen unter dem Gesetz Allahs leben.
    Unter dem Aspekt, „dem Gesetz Allahs (der Scharia) unter allen Völkern Geltung zu verschaffen“, wie sich Ayyub Axel Köhler ausdrückt, muss man das Problem der verhinderten Integration in Deutschland letztlich betrachten.

    Ohne jeden Zweifel ist für einen gläubigen Moslem die Scharia unvereinbar mit der westlichen Demokratie und den allgemeinen Menscherechten, und seine Einbindung in die Welt des Unglaubens ein Verrat an der Sache Allahs.
    Deswegen besteht für eine islamische Minderheit grundsätzlich die religiöse Verpflichtung, sich aus dem offenkundig unislamischen gesellschaftlichen Umfeld zurückzuziehen, um dem schlechten Einfluss der vermeintlich korrupten Gedanken und Zustände dieses politischen Systems zu entgehen. Die geistige und soziale Isolierung schließt aber auch den Rückzug der gläubigen Muslime in die reine Umgebung einer Moschee mit ein, wo alles geboten wird, was ein autonomes Dasein ohne Integration im Umfeld des Unglaubens ermöglicht.
    Integration heißt für fromme Muslime nicht Auseinandersetzung und kulturelle Korrespondenz mit den Gegebenheiten des aufnehmenden Landes, sondern Absonderung und heute schon Begegnung auf halbem Weg.
    Später dann, bei wachsender Geburtenrate und weiterem Import junger Frauen aus Anatolien, erfolgt die „hidjra“, der Durchbruch zur islamischen Dominanz und die vollständige Durchdringung aller kulturellen Lebensbereiche nach altbewährtem Muster des „Medina-Modells“.
    Ermöglicht wird das alles kurioserweise auf ganz legalem Wege mit Hilfe der Demokratie selbst, die implizit die Gesetzlichkeit enthält, nach der man sie, unter Ausnutzung der rechtlichen und demographischen Situation, abschaffen kann.
    Ziel und Zweck aller Bemühungen und Maßnahmen ist und bleibt die Errichtung einer göttlich legitimierten Herrschaft, unter Annullierung der säkularen, der Scharia widersprechenden Gesetzgebung, und der abschließenden Unterordnung aller Ungläubigen unter das Gesetz des neu geprägten Staates.

    Die Integration ist gescheitert, aber sie bekommt einen neuen Sinngehalt: Integration heißt für gläubige Muslime auf lange Sicht, dass sich die Ungläubigen an die neu geschaffenen Zustände anzupassen haben. Die Islamisierung eines Staates nach diesem Schema ist nur ein Meilenstein auf dem von Ayyub Axel Köhler erwähnten Weg der „Verbreitung der islamischen Weltordnung“.
    Ziel bleibt die Welteroberung und Weltbeherrschung.

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