Die Medien und der Nahostkonflikt

Eine der ganz großen schwarzen Löcher in der Außenpolitik-Berichterstattung österreichischer (und auch vieler deutscher) Medien, im Sinne davon, dass in den „Analysen“ die Realität und Fakten fast schon naturgesetzmäßig verschwinden, ist die Berichterstattung über Israel und den Nahostkonflikt.

Auch ich hatte früher das Bild vor Augen, dass im Nahostkonflikt eine hochgerüstete, meist aggressive Militärmacht mittellosen, steinewerfenden Palästinenser gegenübersteht. Dieses Bild hat sich, nachdem ich beruflich viel mit der islamischen Welt zu tun hatte, deutlich geändert. Heute steht für mich mit Israel ein kleiner Staat dutzenden gewaltbereiten Regimen und hunderten Millionen Menschen, denen von klein auf der Hass gegen Israel indoktriniert wurde, gegenüber. Die einzige rechtsstaatliche Demokratie im Nahen Osten, in der Christen Religionsfreiheit genießen, die auch über 60 Jahre nach ihrer Gründung jeden Tag aufs neue ihr Existenzrecht gegenüber den Vernichtungswahn verbrecherischer Regime und wahnwitziger Ideologien verteidigen muss.

Wenn die Medien Umfragen zum Nahostkonflikt zitieren, verschweigen sie die aussagekräftigsten: 75 % der Palästinenser unterstützen Selbstmordanschläge gegen israelische Zivilisten, 72 % hatten nach 9-11, im Jahr 2003, großes oder sehr großes Vertrauen in Bin Laden.

Der populärste islamische Fernsehprediger Al Quardawi, der auf Al Jazeera jede Woche bis zu 60 Millionen Zuschauer erreicht, preist Hitler als Gesandten Gottes und  den Holocaust als gerechte Strafe Gottes für die Juden. Für Al Quardawi als auch für die führenden Geistlichen der renommierten islamischen Al Azhar Universität in Kairo ist die Ermordung israelischer Frauen und Kinder der sichere Weg ins Paradies (und zu 72 Jungfrauen).

Israel ist ein Land ca so groß wie Niederösterreich (oder Hessen), an manchen Stellen nicht breiter als 10 km. Israel hat in den jüngerer Vergangenheit zweimal Land freiwillig zurückgegeben: Der Abzug aus dem Südlibanon  wurde mit dem Terror der Hisbollah bestraft, der Abzug aus dem Gaza Streifen mit dem Terror (über zehntausend Raketen) der Hamas.

Ich habe viel Kontakt mit Menschen aus der arabischen Welt, die meisten sind gute Menschen und einige sehr gute Freunde. Aber alle sind in Sachen Religion und Politik leider völlig unaufgeklärt und die „Realität“ der islamischen Welt basiert ausschließlich auf Verschwörungstheorien, die den Hass gegen Israel (und den Westen) schüren. So ist dann auch für einen ägyptischen Bekannten, der seit Jahrzehnten in Österreich lebt und Akademiker ist, Israel nicht nur für Siedlungsbau, sondern auch für Krebs, Aids, Tsunamis und Erdbeben verantwortlich –  so verwundert es auch nicht, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen in Ägypten für eine sofortige Auflösung des Friedensvertrages mit Israel ist.

Selbst wenn es keinerlei Besatzung gebe und Israel sich auf einen Strandabschnitt in Tel Aviv beschränken würde, würde sich am Vernichtungswahn der islamischen Welt gegenüber Israel nichts ändern. Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, dass arabische Israelis mehr Bürgerrechte genießen als Araber in irgendeinem arabischen Land, und auch nicht das Palästinenser eine höhere Lebenserwartung und geringere Kindersterblichkeit aufweisen als Türken und Ägypter.

Und so gilt leider nach wie vor. Wenn Israel die Waffen niederlegt gibt es morgen kein Israel mehr, wenn die Araber die Waffen niederlegen gibt es morgen Frieden.

Und im Übrigen tut man auch den Palästinensern und den Muslimen keinen Gefallen, wenn man als Europäer, auch noch bestätig, was ihnen bereits im Kindergartenalter einindoktriniert wird – dass Israel für all ihre Probleme verantwortlich sei. Denn dadurch lenkt man von den eigentlichen Ursachen der Probleme der islamischen Welt ab: Den autoritären Regimen und den islamischen Führern mit ihrer Ideologie aus dem 7. Jahrhundert, die Israel als Sündenbock bitter nötig haben, um von ihren Verbrechen und Versagen abzulenken.

Update: Pat Condell, einer meiner Lieblings-Youtuber, bringt die Sache auf den Punkt: The Great Palestinian Lie.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Die Medien und der Nahostkonflikt

  1. „Und so gilt leider nach wie vor. Wenn Israel die Waffen niederlegt gibt es morgen kein Israel mehr, wenn die Araber die Waffen niederlegen gibt es morgen Frieden.“

    Servus Kasnudl, ich teile deine Einschätzung bezüglich Israel und seinen reaktionären Nachbarn. Wieso bei uns in der Mitte Europas so viele Leute sich auf die Seite von verrückten, islamistischen Despoten und deren menschenverachtenden Ideologien stellen, war und ist mir ein Rätsel. Die einzige Erklärung: Der antizionistische, religiöse, rechte, linke, sekundäre, strukturelle Antisemitismus dieser Leute vernebelt wohl den Verstand.

    Beste Grüße aus Bayern
    fidelche

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