Der Fall Hamza Kaschgari: Twitter, Facebook, IPhone und Steinigung

In den letzten Tagen ist die Meldung über die Auslieferung von Hamza Kaschgari von Malaysien nach Saudi Arabien durch die Medien gegangen. In Saudi Arabien droht ihm die Todesstrafe. Sein Verbrechen: Er hat auf Twitter ein fiktives Gespräch mit dem Propheten Mohamed geführt, in dem er (vergleichsweise vorsichtige) Kritik an dem Propheten geübt hat. Unter anderem schrieb er: „An deinem Geburtstag werde ich mich nicht vor Dir verbeugen und nicht Deine Hand küssen.“

Skandalös ist nicht nur das Vorgehen der Behörden in Malaysien und Saudi Arabien, letzteres ist ja für seine barbarischen Strafen und das absolute Fehlen von Glaubensfreiheit und religiöser Toleranz bekannt, wirklich erschreckend ist auch die Reaktion im Internet: Zehntausende Saudis haben sich bereits als virtueller Lynchmob in einer Facebook Gruppe versammelt und fordern seine Hinrichtung. Dass die  Menschen, die seine Hinrichtung fordern, mit ihrem Weltbild geistig im tiefsten Mittelalter stecken geblieben sind, zugleich aber ganz selbstverständlich modernste Technologie benützen – Technologie, die ausschließlich von den von ihnen so leidenschaftlich gehassten Ungläubigen im verhassten Westen, Christen, Juden, Atheisten erfunden worden ist – es ist eine der Paradoxien der islamischen Welt.

Saudi Arabien ist ein besonders deprimierendes Beispiel dafür, dass weder Wohlstand (finanziert durch Petrodollars) noch der selbstverständliche Konsum modernster Technologie auch nur ansatzweise zu aufgeklärtem, rationalem Denken führen muss.  Viele Saudis werden keinerlei Widerspruch darin sehen, wenn sie  in Riad die Hinrichtung einer Frau wegen Ehebruch oder Hexerei mit ihrem Iphone (Designed in California,  Made in China) filmen.

Ein saudischer Prinz, der übers Wochenende mit seinem Privatflugzeug nach Monte Carlo  jettet und auf seiner Yacht Parties mit  leicht bekleideten Frauen, (maximal) in Bikini und jedenfalls ohne Burka feiert, mag  schon ein paar Tage später (fast) genauso leidenschaftlich das Auspeitschen autofahrender Frauen oder die Hinrichtung von Konvertiten unterstützen. Sollte er dann dennoch ein schlechtes Gewissen bekommen, weil er sich erinnert, dass der Champagner auf der Yacht doch nicht ganz halal war, wird regelmäßig der Spendenscheck gezückt  und der Grundstein für eine neue Moschee gelegt, gerne auch in Europa – wenn man Glück hat und der Heilige Krieg nicht auf weniger subtile Weise unterstützt wird.

Ipad, Iphone, Burka und Steinigung – Saudi Arabien im 21. Jahrhundert, also im Jahr 1433.

Und auch die Ayatollahs im Iran  scheinen kein Problem damit zu haben, sich von Wissenschaftlern eine Atombombe bauen zu lassen, mit deren Einsatz sie hoffen die  Wiederkehr den verschollenen Mahdi und ihren Einzug ins Paradies herbeiführen zu können. Atomphysik im Diesseits und 72 Jungfrauen im Jenseits schließen sich offenbar nicht aus, wenn man nur fest daran glaubt.

Es wäre zu wünschen, dass der Fall Hamza Kaschgari, der nun immerhin zumindest kurzfristig das Interesse der westlichen Medien erregt hat, die Internet Commuity in Europa und den USA alarmiert und mit Hamza Kaschgari solidarisiert.

Wenn nur ein Bruchteil des Protests, der sich zuletzt gegen ACTA formiert hat, gegen die drohende Hinrichtung von Hamza Kaschgari in Saudi Arabien richten würde, bestünde zumindest ein wenig Hoffnung, sein Leben zu retten. Voraussetzung wäre natürlich, dass sich das Engagement für Freiheit im Internet von Piraten und co nicht auf das Recht auf Piratebay und Youporn beschränkt.

Es wäre auch zu wünschen, dass dieser Fall klarmacht, dass Islamkritik, sofern sie sich sachlich mit dem Glauben und der Ideologie  auseinandersetzt und nicht pauschal Bevölkerungsgruppen diskreditiert, nichts mit Rechtsextremismus und Rassismus zu tun hat. Im Gegenteil: Wer heute glaubhaft für Menschenrechte weltweit eintritt, muss kritisch zu einer Ideologie Stellung nehmen, für welche Glaubensfreiheit ein todeswürdiges Verbrechen ist.

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Ägypten und die 84%: Vom arabischen Frühling in den islamischen Winter— Teil 2:

Im August habe ich ein Kommentar geschrieben, dass der arabische Frühling aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem islamischen Winter wird, in dem die Islamisten die Macht übernehmen und rechtsstaatliche Demokratie und Menschenrechte keine Chance haben. Nur zu gerne hätte ich geirrt, leider bestätigt das Wahlergebnis in Ägypten meine Prognose: 70% der Ägypter haben islamistische Parteien gewählt – Muslimbrüder und Salafisten sind die großen Gewinner. Dabei ist das Wahlergebnis selbst in dieser Höhe alles andere als überraschend.

Bereits im letzten Jahr gab es eine Umfrage von dem renommierten Umfrageinstitut Pew Research über die Einstellung der Menschen in der islamischen Welt zu Religion und Politik: Zwei Zahlen stechen in Bezug auf Ägypten besonders hervor und nehmen das aktuelle Wahlergebnis vorweg: Demnach waren im Jahr 2010 81% der Ägypter für die Steinigung von Ehebrecherinnen, 84 % für die Todesstrafe bei Abfall vom Islam.

http://www.pewglobal.org/2010/12/02/muslims-around-the-world-divided-on-hamas-and-hezbollah/

Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusehen, dass in einem Land, in dem 84 % Religionsfreiheit für ein todeswürdiges Verbrechen halten, keine Chance besteht eine rechtsstaatliche Demokratie zu entwickeln – jedenfalls nicht kurz- und mittelfristig.

Die Feststellung hat nichts mit westlicher Arroganz zu tun. Wer die Geschichte kennt, weiß  mit welchen Hürden und verheerenden Rückschlägen der Weg zu Demokratie und Menschenrechte in Europa gepflastert war. Umso entschlossener müsste man jene Menschen in der islamischen Welt unterstützen, die tatsächlich für Demokratie und Menschenrechte kämpfen  – diese Menschen gibt es, aber sie sind bei Weitem nicht die Mehrheit und sie sind weitgehend schutzlos. Umso mehr Respekt verdienen sie. Es ist leider zu befürchten, dass jene, die zu Beginn 2011 gegen das Mubarak-Regime gekämpft und zu seinen Sturz beigetragen haben, schon bald zu den großen Verlierern des „arabische Frühlings“ werden: Dann wenn die Islamisten an der Macht sind und die Facebook Generation der Koran Junta weichen muss.

In Europa flüchtet man sich nun wieder, wie so oft beim Thema Islam, in Realitätsverweigerung. Islamisten werden in den Medien nun zu „moderaten Islamisten“ schöngeschrieben – was ein wenig nach „moderaten Faschisten“ klingt.

Es besteht Hoffnung, dass es einmal einen echten arabischen Frühling in Ägypten geben wird, aber der Weg dahin wird lang und steinig und der islamische Winter wird hart, insbesondere für die Kopten und andere religiöse Minderheiten, für Frauen, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollen, und für all jene, die ihr Weltbild auf Vernunft statt auf islamischen Dogmen aufbauen und die für Meinungs- und Glaubensfreiheit kämpfen. Wenn man diesen Menschen helfen will, wird der Westen beim Dialog mit den „moderaten Islamisten“ aufhören müssen, bei Menschenrechtsverletzungen im Namen des Islams wegzuschauen.

Ansonsten gilt nachwievor: Ohne Aufklärung, ohne klare Trennung von Staat und Religion und ohne echte Glaubensfreiheit wird der „arabische Frühling“ eine Fata Morgana bleiben.

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500.000 Plastikschlüssel und die iranische Bombe – und ein Europa, das schläft.

Es waren 500.000 Plastikschlüssel aus Taiwan, die der Iran während des Krieges gegen den Irak in den 1980er importiert hatte. Sie wurden Kindern umgehängt bevor man sie über die irakischen Minenfelder laufen ließ, um mit ihren Körpern die Minen auszulösen. Die Plastikschlüssel, so das Versprechen, würden Ihnen die Pforte zum Paradies öffnen. Die Kinder, die so zu tausenden in den „Märtyrer“-Tod getrieben wurden, waren Mitglieder der von Revolutionsführer Khomeini gegründeten „Basitschi“ Bewegung, zu deren glühendsten Anhänger der heutige Präsident Ahmadinejad zählt.

Der tausendfache Aufopferung  – die Ermordung – der eigenen Kinder, die man eingewickelt in Decken über die Minenfelder rollen ließ, damit ihre Körperteile bei der Detonation nicht auseinanderfielen und die  Angehörigen noch Überreste für eine Bestattung übrig hatten, ist nur ein Beispiel für die Verbrechen eines Regimes, welches die schlimmste Form religiösen Wahns verkörpert:  Ein Regime, das in Endzeitphantasien lebt und die Wiederkehr des 12. verschollenen Imams, des Mahdi, wartet, der wenn er wiederkehrt, aus einen ausgetrockneten Brunnen in Qom, die Endzeit einläutet – das Paradies für die Gläubigen und (natürlich) die Auslöschung der Ungläubigen.

Bevor dieser von Ahmadinejad und co ersehnte Zustand – Gläubige ins Paradies, Ungläubige in die Hölle – eintritt und der Mahdi – in der Realität vermutlich im Jahr 941 verstorben, laut Art. 5 iranische Verfassung aber auch im Jahr 2011 das eigentliche Staatsoberhaupt des Irans – wiederkehrt, wird es erst einmal so richtig ungemütlich: Weltweites Chaos, Epidemien, Naturkatastrophen und vor allem Krieg: Es ist davon auszugehen, dass das iranische Regime daran glaubt, die Wiederkehr des Mahdi notfalls auch beschleunigen zu können.

Das Weltbild, welches die Welt in Gläubige und Ungläubige einteilt und das letzteren das Lebensrecht abspricht und lediglich den sicheren Platz in der Hölle zugesteht, ist keine Erfindung des gegenwärtigen iranischen Regimes. Das Haus des Friedens bzw. Haus des Islam auf der einen, auf der anderen Seite das Haus des Krieges (Dar al-Harb) – deren Bewohner sich entweder den Islam unterwerfen, ansonsten zu versklaven oder zu töten  sind –ist eine in der islamischen Welt recht verbreitete Vorstellung – mit der insbesondere  islamische Terrorgruppen wie El Kaida erfolgreich rekrutieren. Aber besonders zynisch propagierte der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini das „Harbi Konzept“: Man würde den Bewohnern des Haus des Krieges – den Ungläubigen – einen Gefallen tun, wenn man sie tötet, dann hätten sie zu Lebzeiten weniger Zeit Sünden zu begehen, für die sie im Jenseits bestraft werden würden.

Wenn man die Fakten zum iranischen Regime und dessen religiöser Ideologie kennt, muss man nicht zur politischen Hysterie neigen, um die Vorstellung beängstigend zu finden, dass ein Regime, versunken im religiösen Endzeitwahn und besessen von Vernichtungsphantasien in naher Zukunft über Atombomben verfügt.

Beängstigend ist angesichts der Gefahr aber auch die mit einer weitgehenden Realitätsverweigerung gepaarte Gleichgültigkeit in Europa: Während sich die politischen Entscheidungsträger zu mehr oder weniger zahnlosen Sanktionen durchringen, herrscht in der Öffentlichkeit vor allem Desinteresse. Viele Österreicher und Deutschen sehen in Obama offenbar die größere Bedrohung für sich und den Weltfrieden. Die Medienberichterstattung ist wie so oft bei außenpolitischen Themen jenseits aller Realität: Kaum ein Journalist, der sich auch nur in Ansätzen mit der Ideologie des iranische Regimes auseinandersetzt, selbst einfachste Recherchen bei Google und Wikipedia sind den „Experten“ zu viel. Besser nichts zu wissen, dann muss man auch nichts darüber schreiben.

In Deutschland und Österreich, wo sich viele von Fukushima mehr betroffen fühlen als die Menschen in Japan, wo man es offenbar auch für nicht ausgeschlossen hält, ein Tsunami könnte jederzeit über die Alpen schwappen, ist die Gleichgültigkeit gegenüber dem iranischen Atomprogramm besonders absurd. Ein Castor-Transport oder auch ein Bahnhof in Stuttgart mobilisiert zehntausende Demonstranten, die demonstrieren als ginge es um Leben und Tod. Die Atombomben eines Regimes, welches „Ungläubigen“ das Lebensrecht abspricht, schürt vor allem Besorgnis vor der „Kriegstreiberei“ der bösen Amis und Israelis;  insbesondere letztere würden sich ja ganz unbegründet aufregen, so die herrschende Meinung  – Versprechen von Politikern könne man schließlich nicht glauben,  das sollten auch die Israelis wissen , beim routinemäßige Versprechen Ahmadinejads Israel zu vernichten.

Politisch kann ich mir die Realitätsverweigerung weiter Teile der europäischen Meinungsmacher schon lange nicht mehr erklären. Vielleicht muss man dafür aber auch eher einen psychologischen Zugang wählen. Dann könnte man vermutlich eine Art Stockholm-Syndrom diagnostizieren: Nein, die Islamisten, die einen für 72 Jungfrauen auch gerne mal in die Luft sprengen; Karikaturisten und Schriftsteller ganz selbstverständlich mit dem Tod bedrohen und feuchte Träume von Atombomben haben, seien zwar auch keine Sympathieträger, aber immer noch besser als diese Weltpolizisten von jenseits des Atlantiks – so offenbar die mehrheitsfähige Haltung von Links bis Rechts, vom Stammtisch bis zum Feuilleton.

Im Fall des Irans ruht daher die Hoffnung allein darauf, dass die USA und Israel das Richtige machen – was das ist, weiß ich nicht – aber man kann sicher sein, was immer es auch ist, die Besserwissen in Europa werden lautstark sein.

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Die Medien und der Nahostkonflikt

Eine der ganz großen schwarzen Löcher in der Außenpolitik-Berichterstattung österreichischer (und auch vieler deutscher) Medien, im Sinne davon, dass in den „Analysen“ die Realität und Fakten fast schon naturgesetzmäßig verschwinden, ist die Berichterstattung über Israel und den Nahostkonflikt.

Auch ich hatte früher das Bild vor Augen, dass im Nahostkonflikt eine hochgerüstete, meist aggressive Militärmacht mittellosen, steinewerfenden Palästinenser gegenübersteht. Dieses Bild hat sich, nachdem ich beruflich viel mit der islamischen Welt zu tun hatte, deutlich geändert. Heute steht für mich mit Israel ein kleiner Staat dutzenden gewaltbereiten Regimen und hunderten Millionen Menschen, denen von klein auf der Hass gegen Israel indoktriniert wurde, gegenüber. Die einzige rechtsstaatliche Demokratie im Nahen Osten, in der Christen Religionsfreiheit genießen, die auch über 60 Jahre nach ihrer Gründung jeden Tag aufs neue ihr Existenzrecht gegenüber den Vernichtungswahn verbrecherischer Regime und wahnwitziger Ideologien verteidigen muss.

Wenn die Medien Umfragen zum Nahostkonflikt zitieren, verschweigen sie die aussagekräftigsten: 75 % der Palästinenser unterstützen Selbstmordanschläge gegen israelische Zivilisten, 72 % hatten nach 9-11, im Jahr 2003, großes oder sehr großes Vertrauen in Bin Laden.

Der populärste islamische Fernsehprediger Al Quardawi, der auf Al Jazeera jede Woche bis zu 60 Millionen Zuschauer erreicht, preist Hitler als Gesandten Gottes und  den Holocaust als gerechte Strafe Gottes für die Juden. Für Al Quardawi als auch für die führenden Geistlichen der renommierten islamischen Al Azhar Universität in Kairo ist die Ermordung israelischer Frauen und Kinder der sichere Weg ins Paradies (und zu 72 Jungfrauen).

Israel ist ein Land ca so groß wie Niederösterreich (oder Hessen), an manchen Stellen nicht breiter als 10 km. Israel hat in den jüngerer Vergangenheit zweimal Land freiwillig zurückgegeben: Der Abzug aus dem Südlibanon  wurde mit dem Terror der Hisbollah bestraft, der Abzug aus dem Gaza Streifen mit dem Terror (über zehntausend Raketen) der Hamas.

Ich habe viel Kontakt mit Menschen aus der arabischen Welt, die meisten sind gute Menschen und einige sehr gute Freunde. Aber alle sind in Sachen Religion und Politik leider völlig unaufgeklärt und die „Realität“ der islamischen Welt basiert ausschließlich auf Verschwörungstheorien, die den Hass gegen Israel (und den Westen) schüren. So ist dann auch für einen ägyptischen Bekannten, der seit Jahrzehnten in Österreich lebt und Akademiker ist, Israel nicht nur für Siedlungsbau, sondern auch für Krebs, Aids, Tsunamis und Erdbeben verantwortlich –  so verwundert es auch nicht, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen in Ägypten für eine sofortige Auflösung des Friedensvertrages mit Israel ist.

Selbst wenn es keinerlei Besatzung gebe und Israel sich auf einen Strandabschnitt in Tel Aviv beschränken würde, würde sich am Vernichtungswahn der islamischen Welt gegenüber Israel nichts ändern. Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, dass arabische Israelis mehr Bürgerrechte genießen als Araber in irgendeinem arabischen Land, und auch nicht das Palästinenser eine höhere Lebenserwartung und geringere Kindersterblichkeit aufweisen als Türken und Ägypter.

Und so gilt leider nach wie vor. Wenn Israel die Waffen niederlegt gibt es morgen kein Israel mehr, wenn die Araber die Waffen niederlegen gibt es morgen Frieden.

Und im Übrigen tut man auch den Palästinensern und den Muslimen keinen Gefallen, wenn man als Europäer, auch noch bestätig, was ihnen bereits im Kindergartenalter einindoktriniert wird – dass Israel für all ihre Probleme verantwortlich sei. Denn dadurch lenkt man von den eigentlichen Ursachen der Probleme der islamischen Welt ab: Den autoritären Regimen und den islamischen Führern mit ihrer Ideologie aus dem 7. Jahrhundert, die Israel als Sündenbock bitter nötig haben, um von ihren Verbrechen und Versagen abzulenken.

Update: Pat Condell, einer meiner Lieblings-Youtuber, bringt die Sache auf den Punkt: The Great Palestinian Lie.

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9-11. Ten years after. Lessons to be learned.

(Mein Kommentar vom 11. September 2011 von meinem englischsprachigen Blog)

59 %. That was the approval rating for Bin Laden in the year 2003 according to Pew Research – not in Afghanistan but in Indonesia, the most populated Muslim country, well known for it´s tolerant, moderate Islam.

The American and European public after 9-11 were told that El Quaida is an extremist fringe group, that highjacked Islam and perverted it. But the fact is (according to all independent surveys) that Bin Laden in most Muslim countries had approval ratings ranging from 20 to more than 70 percent, making him probably the most popular political person in the Islamic world in the years after 9-11 – and not despite but because of 9-11. In the last years his approval ratings dropped, mainly because of his excessive and indiscriminate killing of Muslim civilians, but certainly also because the wasn´t able to strike another large scale attack against the West. http://www.pewglobal.org/2011/05/02/osama-bin-laden-largely-discredited-among-muslim-publics-in-recent-years/

America was since then involved in two mayor wars, that costed thousands of billions of US Dollars but the success is rather modest. Especially in Afghanistan, where Americans are engaged since a decade, there seems no light at the end of the tunnel. Even if Americans would stay for another decade and spend another Trillion, it´s rather unlikely that Afghanistan would then be a stable country, yet alone a Democracy under the rule of law.

One of the main reasons why the West doesn´t succeed in Afghanistan is because we don´t want to look a the root cause of the problem: The Ideology. The Religion.

Americans and Europeans are outraged when they read about women being stoned to death, hands being chopped of, and people killing other people just because they consider them to be infidels. This is what the Taliban and El Kaida are doing. But neither the Taliban nor El Quaeda invented Jihad or the stoning of women. „Kill the infidels whereever you find them“ is something that Bin Laden propagated, but it´s not his creation. He just quoted it. It´s written in the Quran.

Whenever you link Islamic Terror to Islam people say that most Muslims are no terrorists, that most of them are peaceful people. And this is definetly true. Most Muslims I know are good people and some of my best friends are Muslim. Yet the argument is still wrong. The mistake is that they equalize individuals with their religion. But most Muslims (as well as by the way most Christians) know in fact very little about their religion. But what is deeply inprinted in the mindset of the Islamic world and what most Muslims are raised to believe in, is the conviction, that the world is seperated between believers and nonbelievers, that the believers know the truth, enshrined in the Quran, whereas the infidels are living in ignorance. And then there is the taboo of questioning Islam, a taboo that even secular Muslims don´t dare to challenge.

In reality Muslims have to see that the nonbelievers are – despite all their presumed ignorance – far superior when it comes to economic power, scientific progress, productivity, democracy etc. And because they don´t dare to question Islam, they have to flee into conspiracy theories. This is why the vast majority of Muslims, even those who are well educated and are living in the West, are trapped in conspiracy theories. America and Israel are the scapegoats for everything, even for earthquakes, tsunamis, cancer and aids.

Conspiracy theories are deemed to be the reality in the Islamic world. Therefore the hatred against America has very little to do with America´s actual politics, but is based on a notion that America as the most powerful country in the world has to be the mastermind in the conspiracy responsible for the inferiority of the Islamic world. Conspiracy theories are not only a problem for the West but most of all a problem for Muslim themselves, because they distract from the real problems and real culprits. When 59 % of Indonesians agreed with Bin Laden in 2003, it doesn´t mean that 59 % of Indonesians were terrorists, not even that they were bad people. But it demonstrates how dysfunctional many Islamic societies are and how much they are influenced by Islamist propaganda.

Islam, at least certain doctrines of Islam, are a challenge for the West, but they are even a far superior problem for the Muslims living in the Islamic world, most of  them living under repressive political regimes and depressing economic conditions. Democracy, Human Rights, Rule of Law – all these civilisatory milestones are based on the capability of rational, enlightened, critical thinking and not on the worldview of the 7th century of the Arabic peninsula.

We have to stop following the illusion that Islam is only a transcendent religion and doesn´t have a political and legal dimension, which are both not compatible with human rights and democracy. We have to make a clear distinction between Islam as an ideology and Muslims as individuals, who are capable of rational thinking and going through a period of enlightenment like Europeans did. Most importantly we have to start engaging in a battle of ideas, countering the Islamist propaganda, funded with billions of petrodollars. And if we are determined, we could easily win this battle, because we have the better arguments by far. A member of the Muslim brotherhood would rattle about the superiority of the Islamic world but even he would be using a PC, invented by Americans, Internet, invented by Americans, mobile phones, invented by Americans.

Muslims deserve that we treat them with respect, but that means that we tell them the truth. We live in a time of science, where technological progress is staggering. We should explain to Muslims the most basic scientific facts: That a place in Saudi Arabia is not the center of the Universe, that the sun doesn´t rotate around the earth, and that evolution is more than a theory. We have to study Islam, it´s numerous contradictions to human rights and scientific facts and get into a discussion with our Muslim fellows.

The key to win this battle is enlightenment. And enlightenment has to start in schools, with education that emphasizes on rational, critical thinking, especially with regards to politics and religion.  And we have to acknowledge the fact that we do have a problem – not with most Muslims but – with Islam and the ideology of Jihad. 10 years after 9-11 we have to learn the lessons.  We owe it to the victims of 9-11, to ourselves and the generations to come. May the victims of 9-11 rest in peace.

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Ägypten: Vom arabischen Frühling in den islamischen Winter

Als einer der Ägypten kennt und einige gute ägyptische Freunde hat muss ich leider feststellen, dass die Hoffnung, dass sich in Ägypten sowas wie eine rechtsstaatliche Demokratie, die Menschenrechte respektiert, durchsetzt, zumindest für absehbare Zeit verschwindend klein ist. Viel realistischer ist leider, dass dem arabischen Frühling ein langer islamische Winter folgt.

Das liegt daran, dass viele Ägyper zwar gute, freundliche Menschen sind, aber in Sachen Politik und Religion die große Mehrheit der Bevölkerung völlig unaufgeklärt ist und seit Jahrzehnten, wenn nicht  seit Jahrhunderten, politisch rationales Denken, wie im Großteil der arabischen Welt, Tabu ist. Das hat sich in den letzten Jahren durch Satellitenfernsehsender, die dutzendfach die islamische Propaganda aus Saudi Arabien und anderen islamischen Ländern senden, finanziert mit Milliarden Petrodollars, noch verstärkt, was man auch daran sieht, dass sich der Anteil an kopftuchtragenden und vollverschleierten Frauen in Ägypten in den letzten Jahrzehnten vervielfacht hat.

Die offizielle Politik, sowohl von Regierung als auch von Opposition, und auch die Medienberichterstattung basiert so gut wie ausschließlich auf Verschwörungstheorien: Da ist dann Israel (bzw. die USA) nicht nur für den Siedlungsbau verantwortlich, sondern für wirklich für Alles: Krebs, Aids, Tsunamis, Erdbeben etc., selbst unter dem vergleichsweise „prowestlichen“ Mubarak war das schon so. Es ist erschreckend und ziemlich deprimierend zugleich, wenn mir ägyptische Bekannte, allesamt Akademiker, wie selbstverständlich erzählen, Friede könne es nicht geben, da Israel in den letzte Jahren Millionen Ägypter mit Krebs und Aids ermordet hätte.

Immer häufiger werden auch die christlichen Kopten Opfer von Verschwörungstheorien, was bereits wiederholt zu Gewaltausbrüchen mit dutzenden Toten und abgebrannten Kirchen geführt hat. Die Verschwörungstheorien werden wie am Fließband produziert, um von den wahren Schuldigen für die zahlreichen realen Probleme in Ägypten abzulenken: den korrupten Regierenden und Beamten und den religiösen Eiferern, die ihr Weltbild des 7. Jahrhunderts propagieren.

Da auch die Muslimbrüder, mit ihrem Weltbild von vorvorgestern, kein einziges der Probleme in Ägypten lösen werden, ist zu befürchten, dass sie, bevor ihr Scheitern für alle Ägypter zu offensichtlich wird, die Märtyreroption wählen, den Friedensvertrag aufkündigen und sich in einen Krieg mit Israel flüchten. Möglich auch, dass das derzeitige Militärregime ihnen zuvorkommt und um einen wahrscheinlichen Machtverlust nach den Wahlen zu verhindern und wieder einmal für ein paar Jahrzehnte einen Ausnahmezustand verhängen zu können, die Kriegsoption wählt.

Leider fiebern auch in der ägyptischen Bevölkerung nicht wenige, nach Jahrzehnten der Propaganda – trotz Friedensvertrag –wenig verwunderlich, einen Krieg gegen Israel entgegen. Immerhin sind alle Ägypter, die ich kenne absolut überzeugt, dass sie bereits den letzten Krieg gegen Israel (Yom Kippur Krieg) überlegen gewonnen haben, und nur dunkle Verschwörungen ihren Triumph schmälern, einem neuen Krieg also nicht entgegensteht. Wer die Wahrheit kennt, weiß natürlich, dass es anders war. Und so werden vermutlich viele Ägypter als auch viele europäische Kommentatoren vom Traum eines arabischen Frühlings bald ernüchtert aufwachen.

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Integrationspolitik und Islam – gut gemeint, aber glatt daneben.

Gleich vorneweg, menschlich gesehen ist es überaus sympathisch und in vielen Fällen auch richtig, bei Kritik an anderen Kulturen und Religionen zurückhaltend zu sein. Menschen, die die Schuld immer bei anderen suchen, gibt es genug und in der Regel sind es keine guten Menschen. Alte Sprüche wie, den Dreck vor der eigenen Türe kehren, zuerst in den eigenen Spiegel schauen und auch das allseits bekannte Jesus Zitat „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ bergen große Weisheit in sich.

Gerade Sozialdemokraten und Grüne haben sich diesen Grundsatz, Kritik an anderen Kulturen möglichst zu vermeiden und größtmögliche Toleranz zu üben, verinnerlicht. Das ist grundsätzlich gut und grundsätzlich anständig, aber die Betonung liegt auf grundsätzlich. Und die Ausnahme bestätigt die Regel.

Aus Angst Gefühle zu verletzen, aber zum Teil wohl auch als Bequemlichkeit, hat man seit Beginn der muslimischen Zuwanderung auf eine sachliche Diskussion zum Thema Islam und zur Frage, inwieweit die religiösen und kulturellen Werte der Zuwanderer mit Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte vereinbar sind, weitestgehend verzichtet. Wenn man auch die gute Intention gehabt hat, durch größtmögliche Toleranz Integration zu fördern, bewirkt hat es das Gegenteil – und verloren dabei haben nicht zuletzt die Muslime, insbesondere die Kinder muslimischer Eltern.

Die fehlende sachliche Auseinandersetzung mit dem Islam basiert auf einem Fehler, den man in der Regel den Rechten vorhält: Menschen nicht als Individuen zu sehen, sondern sie mit ihrer Religion oder Herkunft gleichzusetzen.

Da man seinen türkischen Nachbarn, der ein sympathischer Mensch ist, nicht beleidigen will, stellt man den Islam unter Naturschutz, so als wäre der türkische Nachbar ident mit der Ideologie aus dem 7. Jahrhundert der arabischen Halbinsel. Das ist ein wenig so, als wenn man den durchschnittlichen Taufscheinkatholik mit dem Vatikan gleichsetzt, und aus dessen Verhalten ableitet, der Vatikan sei ein Hippieverein, der außerehelichen Sex propagiert und zu Weihnachten den Coca Cola Weihnachtsmann feiert. Tatsächlich ist der Vatikan im Vergleich zu den islamischen Glaubenswächtern in Saudi Arabien und Teheran ein ultraliberaler, feministischer Hippieverein.

Erst wenn man klar differenziert zwischen Muslimen als Individuen einerseits, denen man ein aufgeklärtes Weltbild vermitteln kann (was im Übrigen auch bei den meisten Österreichern und Deutschen nach dem 2. Weltkrieg von Nöten war) und dem Islam andererseits, der eindrucksvoll beweist, dass die arabische Halbinsel im 7. Jahrhundert von Demokratie und Menschenrechte ähnlich weit entfernt war, wie Saudi Arabien heute, hat man eine Chance eine vernünftige Integrationspolitik zu machen.

Der erste Schritt zu einer Integrationspolitik, die den Namen auch verdient, muss in der Schule stattfinden: Statt wie in Österreich Islamunterricht in öffentlichen Schulen, einen umfassenden politischen Aufklärungs- und Staatsbürgerunterricht, für Muslime und Nichtmuslime, der die Grundlagen von Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte und vor allem das Konzept von aufgeklärtem kritischem Denken vermittelt. Dann könnte man dem türkischen und arabischen Schüler auch erklären, dass sein Handy, sein PC, das Internet und alles andere, was eine fortschrittliche, lebenswerte Gesellschaft ausmacht, wie etwa Demokratie und Menschenrechte, nicht vom Himmel gefallen ist und nicht auf Glauben beruhen, sondern auf Denken, Wissen und Vernunft.

Und in der Politik und den Medien brauchen wir eine Integrations- und Islamdebatte, die sachlich, ehrlich und offen die Probleme anspricht und die Widersprüche zwischen islamischen Dogmen und Demokratie und Menschenrechte benennt. Eine solche Debatte darf nicht mit Polemik oder gar Hetze geführt werden, aber die Wahrheit muss zumutbar sein. Und das heißt, dass man sich von der Vorstellung, dass eine Rechts- und Gesellschaftsordnung aus dem 7. Jahrhundert der arabischen Halbinsel für Integration in Europa des 21. Jahrhunderts kein Problem darstellt, oder das alles nur eine Interpretationssache ist, verabschieden muss.

Der größte Fehler, den Parteien wie die Sozialdemokraten und Grüne aber auch die Christdemokraten machen können, wäre das Thema weiter zu tabuisieren und damit sowohl den radikalen Muslimen als auch den extremen Rechten ein Geschenk zu machen, für welches beide eigentlich laut Danke sagen müssten (wenn sie Anstand hätten…was sie aber natürlich nicht haben).

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